NINA – MALO A MCHEREZO AM 07.04.2020

NINA – MALO A MCHEREZO AM 07.04.2020

Hallo ihr, Kofferrollen. Das Geräusch, welches ein Abenteuer einläutet oder das Zeichen für ein „nach Hause kommen“. Letzte Woche Freitag war es schwer zu sagen, für welches von beiden unsere Koffer gerollt sind. Denn es hat sich eher angefühlt wie ein Zuhause zu verlassen. Aufgrund der mittlerweile so unübersichtlichen Situation in unserer Welt, hat To All Nations und das Bundesministerium für uns Freiwillige und Missionare entschieden, dass wir Malawi verlassen müssen. In Malawi beginnen die Menschen Angst zu bekommen und man weiß nicht, wie sich der Virus bei der einheimischen Bevölkerung ausbreiten wird. Die medizinische Versorgung in Malawi stößt auch ohne Pandemien regelmäßig an ihre Grenzen und besitzt längst nicht die nötigen Kapazitäten. Tatsächlich gibt es in Malawi aber erst seit zwei Tagen drei bestätigte Fälle des Virus, aus Vorsichtsmaßnahmen wurden nun aber alle internationalen Flüge ab April gestrichen und keine Visa mehr genehmigt.

Unsere Abreise wurde von einem auf den anderen Tag beschlossen und dann ging die große Ungewissheit los. Unser Gepäck sollten wir über eine Woche jeder Zeit Abfahrtbereithalten, unsere Flüge wurden einige Male verschoben und Grenzen wurden gesperrt. Die ganze Situation war ein einziges Durcheinander und mittendrin die tiefe Traurigkeit Malawi knapp vier Monate früher verlassen zu müssen. Jede Minute wurde in dieser Woche wie ein Schatz behandelt und ganz bewusst genossen.

Bis zum letzten Tag sollten wir diese Neuigkeit für uns behalten, um bei unseren Mitarbeitern und Kindern keine Panik auszulösen, sondern darauf zu warten, dass es von offizieller Seite erklärt und aufgefangen wird. Unsere „Abschiedsfeier“, bei der die Nachricht verkündet wurde, hatte nichts mit einer Feier gemeinsam. Das Lachen der letzten Monate war verschwunden, Gesichter wurden trüber und die Augen füllten sich immer wieder neu mit Tränen. Enttäuschung machte sich breit und es war schwer einen guten Abschied zu finden. Am Ende des Tages haben wir alle zusammen gesungen: „we say goodbye but not forever, we know that one day we can meet again“ – „Wir  sagen auf Wiedersehen, aber nicht für immer. Wir wissen, dass wir uns seines Tages wiedersehen können”.

Und plötzlich sind Erinnerungen alles, was einem von dieser wunderschönen Zeit bleibt.
Ich habe wahnsinnig viel in diesen sieben Monaten gelernt. Das gravierendste war wohl DANKBARKEIT! Für Nahrung, Bildung, Eltern, Familie, Freunde, Liebe, Fürsorge, ein Zuhause, Betten, Kleidung, Medizin…
Ich durfte erfahren, wie wertvoll es ist im Herzen Dankbarkeit zu tragen, denn es zeigt mir, wie reich ich gesegnet und beschenkt bin.

Wie es nun bis zum Herbst weiter geht, weiß ich genau so wie viele andere auch noch nicht, aber ich weiß, dass Gott mich nach Malawi geschickt hat und mich nun wieder zurückgerufen hat. In all der Ungewissheit vergisst er seinen guten Plan nicht.
„Denn ich weiß genau, welche Pläne ich für euch gefasst habe, spricht der Herr. Mein Plan ist, euch Heil zu geben und kein Leid. Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung.“ Jeremia 29,11 -die Bibel

In Malawi hat mein Herz ein zweites Zuhause gefunden und viele wundervolle Menschen aufgenommen. Ich habe eine unbezahlbar wertvolle Arbeit kennengelernt, denn es kostet weit mehr als nur Geld Kindern und jungen Menschen Liebe zu schenken und ihnen eine Perspektive zu ermöglichen. Betet unbedingt grade jetzt für Malawi, MALO A MCHEREZO und seine Mitarbeiter.

Ich habe einmal den Satz gelesen: „Waisen sind einfach zu ignorieren bevor du ihre Namen kennst, ihre Gesichter gesehen hast und sie in deinen Armen gehalten hast. Denn wenn du das einmal erlebt hast, ändert sich von nun an alles“. Das war also mein erster Einsatz in Malawi, ich weiß ganz sicher, es wird nicht der Letzte gewesen sein.

In tiefer Dankbarkeit für eure Unterstützung,
Nina

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