NINA – MALO A MCHEREZO AM 17.01.2020

NINA – MALO A MCHEREZO AM 17.01.2020

Hallo ihr, was für ein aufregender Monat, der nun hinter mir liegt!
Mittlerweile ist zwar der Alltag samt den alltäglichen Aufgaben wieder da, aber ich erinnere mich gerne an all die schönen Ereignisse zurück, um sie hier festzuhalten.
Zu Anfang des Monats haben wir mit unserer Gruppe einen kurzen Einsatz in einem unserer Kinderdörfer gemacht, welches ziemlich abgelegen liegt und sehr traditionell ist. Die Strecke in das Dorf beträgt zwar lediglich 60 km, beansprucht jedoch eine Fahrt von ca. drei Stunden. Man kann sich den Zustand der Straßen also dementsprechend vorstellen – eine sehr ruckelige Angelegenheit war das. Während unseres Aufenthaltes dort, also nur für eine kurze Zeit, ohne fließend Wasser, Strom und ein Badezimmer auszukommen, das Mittagessen selber fangen zu müssen, bevor es im Topf landet, und wieder tiefer in die Kultur Malawis einzutauchen, war eine neue und total wertvolle Erfahrung. Der Besuch eines dörflichen Krankenhauses hat mir definitiv einen Schrecken eingejagt, da ich nicht mit so extrem schlechten Bedingungen gerechnet habe.

Zurück zu dem Kinderdorf, welches für dieses Jahr mein Zuhause ist: als dann Weihnachten immer näher rückte, haben wir es uns nicht nehmen lassen, doch ein wenig Weihnachtsstimmung zu versprühen. Also bastelten wir mit den Kindern Weihnachtsdekoration für unsere Feier und backten Plätzchen in der Bäckerei unseres Kinderdorfes mit unseren älteren Mädels, die ich mittlerweile von Herzen zu meinen Freundinnen zähle. Wir haben einen Nachmittag mit Tanz und Musik, Kreativität und einer Menge Naschereien verbracht.

Für die Weihnachtsfeier wurden fleißig Sketche und andere Beiträge eingeübt und als der Tag dann kam, war die Freude bei allen Kindern und Erwachsenen groß. Was feststeht: ich habe noch nie einen so lauten und lustigen Weihnachtsgottesdienst erlebt, neben Temperaturen im 30er Bereich. Die Kinder wurden nach dem Essen beschenkt und dann teilweise in die Ferien entlassen. Schließlich hieß es auch für uns Ferien. Wir Freiwilligen gaben uns alle Mühe, eine weihnachtswürdige Mahlzeit für Heilig Abend hinzubekommen und uns doch nochmal richtig schick zu machen für unsere kleine Familienfeier.

Kurz vor den Weihnachtstagen habe ich Besuch aus Deutschland bekommen. Mein Freund André ist über Weihnachten und Silvester bei mir in Malawi gewesen und hat mir zu Weihnachten ein großes Stück Heimat mitgebracht. Das war mehr als ich mir jemals zu Weihnachten gewünscht hätte. Einem mir so wichtigen Menschen nun auch zeigen zu können, was mein Herz in den letzten Monaten so eingenommen, bewegt und geprägt hat, war für mich etwas sehr Besonderes. Über Silvester waren wir dann als ganze Gruppe für eine Woche im Urlaub am Malawisee. Zwar hat es viel geregnet, denn wir befinden uns mitten in der Regenzeit, trotzdem war es immer wieder sehr heiß, sobald der Himmel frei wurde. So haben wir Kanutouren unternommen, die Natur bestaunt und die Freizeit genossen. Einen Urlaub, an den ich mich wohl noch mein Leben lang erinnern werde. Denn den vorletzten Tag verbrachten André und ich zu zweit auf einer kleinen Insel, zu der wir mit einem Kayak gerudert sind. Während wir verzaubert von der Schönheit und den tropischen Geräuschen um uns herum die Atmosphäre genießen konnten, überraschte André mich mit einem Verlobungsring und ich meine zu glauben, dass mein Herz kurz aufgehört hat zu schlagen.

Nichts desto trotz kam der Abschied immer näher und liegt jetzt auch schon hinter uns. Das neue Jahr hat angefangen und damit auch die Schule. Ich habe in Chiole wieder neue Nachhilfegruppen und auch alle anderen Aufgaben beginnen von Neuem. Ich freue mich auf neue Herausforderungen, neue Freuden und neue Menschen, denen ich begegnen darf.

Auch dich möchte ich ermutigen, dieses Jahr Neues zu wagen und dich ganz bewusst als Licht und Hoffnungsträger einsetzen zu lassen.

Mit ganz viel Liebe
Nina

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